Us,..Eggs of Evolution

Hat das Dasein einen Sinn? Sind wir auf dem Weg zu einem Ziel? Was haben uns 200 Jahre Wissenschaft von Darwin gebracht?

Diese Fragen habe ich mir gestellt und sie bilden den Grundstein für meine neue Serie.
Ich hielt es für eine schwierige Aufgabe eine passende Antwort darauf zu finden und dies auch noch in eine bildende Sprache umzusetzen. Immerhin bin ich selber auch ein Mensch und es liegt in meinem Bestreben, dass mein Leben, also folglich auch mein Künstlerleben, Sinn macht! Aber ein kritischer Blick auf unsere Existenz, unser ganzes Tun und Lassen, scheint mir in dieser Zeit nicht nur eine zutreffende, sondern auch sehr notwendige Frage zu sein.
Anno 2009 steht der Fortbestand des Menschen und vieler anderer Arten von Leben auf dieser Erde unter stark zunehmendem Druck. Vielleicht gibt es Hoffnung und der Mensch ist in der Lage rechtzeitig einzugreifen und zu handeln, aber dazu muss er erst aus einem tiefen Schlaf erwachen, sich selbst erkennen und sich der Lage bewusst werden. Ist der Mensch überhaupt dazu fähig?

In diesem Jahr feiert außer Darwin noch jemand Geburtstag: Barbie wird 50 ! Die anhaltende Popularität dieser Ikone hält uns in meiner Vision einen großen Spiegel vor Augen. Barbie ist in den 60ern und 70ern Jahren aufgewachsen, hat viele Talente und Hobbys, einen zweiten Mann, Kinder und viele Accessoires, die ihr Dasein angenehmer machen. Aber sie ist ungeachtet der verstrichenen Jahre kein bisschen erwachsener geworden. Ihre blauen Augen sind von einer naiven Gläubigkeit. Sie hat immer noch keine grauen Haare und steht immer noch nicht auf ihren eigenen Beinen. Sie benötigt eine Konstruktion, durch die sie zu stehen vermag.
Bei uns Menschen ist es nicht viel anders. Die kleinen Welten, in denen wir leben, sind vor allem darauf ausgerichtet unser Dasein so sinnvoll und angenehm wie möglich zu gestalten. Älter und weiser werden ist unpopulär und hat keinen Status. So lange wie möglich jung zu bleiben gilt die Devise, allenfalls kann man auf künstliche Mittel zurückgreifen! Wir sind Gläubige in einer Welt, die immer mehr ihre Zähne zeigt.

Es ist anmaßend von mir zu sagen, dass ich weiß wie es weiter gehen soll! Aber es gab andere, die meine Augen geöffnet haben und ich bezwecke mit meinem Vorhaben nichts Anderes. Ich bin ein zeitliches Glied in der Gesamtheit und ich reproduziere in meiner Einzigartigkeit, was andere vor mir taten und nach mir tun werden. Wir sind wie Blätter an Bäumen, aber wir sind auch wie Affen dem Nachahmungsverhalten und einer sich stets ändernden Sprache unterlegen. Unser Bewusstsein ist ein sehr überschätztes und nichtiges Vehikel, was sich im ständigen Konflikt mit unserem uralten Genpaket und den Hormonen, die uns treiben, befindet.

Aber eben in diesem Bewusstsein liegt meiner Meinung unsere einzige Chance. Wenn wir wollen und den Mut haben, können wir wirklich erkennen, wer wir sind. Wir können als Mensch Barbie überwinden, wenn wir diesen Klischees, die wir aus Bequemlichkeit als Realität annehmen, nicht verfallen. Wir werden nicht in einer Fabrik hergestellt, wir sind keine festgelegten Wesen, wir müssen uns selber täglich neu entwerfen! In meiner neuen Serie und Ausstellung stelle ich einen Weg zum Selbstentwurf dar so wie ich ihn sehe. Das sieht nicht so perfekt und rosig aus wie die große Masse, die aus der Fabrik kommt. Aber Mutige finden vielleicht sich selber und andere wieder.

Düve van Boggelen Mai 2009

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